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wmdedgt – 05.05.2020

wmdedgt bedeutet “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag” und entspringt einer Idee von Frau Brüllen, die seit vielen Jahren beliebt und erfolgreich ist. Am 5. jeden Monats schreiben Mitglieder der Gattung Homo blogensis einfach auf, was sie an diesem Tag so getan und erlebt haben.

Die Supergattin arbeitet seit ein paar Monaten nur noch drei Tage in der Woche und am Dienstag ist der Wecker jetzt mucksmäuschenstill. Wie jeden Tag gibt’s den ersten Becher Kaffee gleich im Bett. Nach den üblichen Renovierungsarbeiten geht’s ganz gemütlich an den Frühstückstisch. Ich bin so glücklich, dass das jetzt an vier Tagen in der Woche möglich ist!

Nach dem Frühstück erledige ich Papierkram, was sich länger hinzieht als gedacht. Danach schnell zur Apotheke, um ein Rezept einzulösen, das schon seit Freitag hier rumliegt. Die Supergattin ist zum Markt, unter anderem um frischen Mangold zu holen, den gibt’s heute Abend. Für mich bringt sie Möhren, Lauch und Hähnchenbrustfilet vom Maishähnchen mit, denn morgen koche ich. Solange sie noch unterwegs ist übe ich ein wenig Gitarre. Derzeit hat der Maestro mal ein ganz anderes Stück verordnet, als das was wir sonst so anstellen. Max Mutzke – Can’t Wait Until Tonight. Nicht so unbedingt meine Musik, aber wenn ich es spiele macht es doch mächtig Spaß. Da ich ein außerordentlich hochbegabter und zugleich spätberufener Gitarrist bin, klingt es noch recht, äh, sagen wir, ungewöhnlich. Plötzlich klingelt es an der Tür und ein Mensch preist seine Handwerkskünste an; er will unsere Auffahrt, die zugegeben in die Jahre gekommen ist, ganz neu aussehen lassen. Fünf Arbeitsschritte, Garantie, alle Beläge weg, bla bla. Ich bin nett und lehne mit großem Bedauern ab.

Danach machen wir ein kleines Mittagspäuschen, mittags essen wir nie viel. Ich bin nach vier Nächten mit schlechtem Schlaf reichlich k.o. und mache danach gleich die Augen zu. Kein Wunder, dass das Powernapping extrem powermäßig ausfällt und ganz locker ein Stündchen dauert. Schließlich raffe ich mich auf und betrete mit wilder Entschlossenheit den Garten. Wir haben seit letztem Jahr auf der Südwestseite mit einem blöden Kraut im Rasen zu kämpfen, das sich unerbittlich ausbreitet. Wir sind nicht an einem besonders akkuraten Rasen interessiert, aber das Zeug ist wirklich potthässlich und extrem zäh. Vertikutieren bringt nichts. Die Wurzeln sind wie dünner Rettich und verdammt tief. Jetzt hat’s uns gereicht. Nachdem wir schon ein paarmal gewütet hatten, ist heute der Rest dran. Ich hab’s geschafft. Das Ergebnis ist ein Rest von Wiese, ein Streifen Steppe (ja, die zwei Dürresommer) und eine Kraterlandschaft wie nach einem Artillerieangriff. Die schlimmsten Trichter hab ich mit Mutterboden aufgefüllt und schon Grassamen verteilt. Mal sehen wie das in acht Wochen aussieht.

Die Supergattin war inzwischen auf dem Friedhof und bei ihrer Ma, die auf die 96 zusteuert und momentan geistig nach und nach abbaut. Über dieses Thema könnte ich ein eigenes Blog schreiben. Ich lasse es lieber.

So, nun sitze ich hier und schreibe, werde gleich noch in einer von meinen Threemagruppen was posten, zwei der von der Supergattin genähten Atemschutzmasken waschen und dann auf das Abendessen mit dem frischen Mangold lauern. Er wird mir nicht entkommen. Dann wird auf der Couch gechillt bis um 20:00 eine Webkonferenz beginnt, an der ich in Sachen Ehrenamt teilnehmen werde. Danach Betti.